Lernort Betrieb

Ausbildung in betrieblichen Handlungsfeldern

Die Verordnungverordnung
Der betriebliche Teil der Ausbildung wird durch die »Verordnung über die Berufsausbildung: Mediengestalter Digital und Print« geregelt. Den Wortlaut des Textes können Sie auf der Website des ZFA nachlesen.

Der einleitende Verordnungstext beschreibt die Zielsetzungen und die allgemeinen Anforderungen an den Beruf. Der anschließende Anhang beschreibt detailliert die möglichen Ausbildungsinhalte aller drei Fachrichtungen im Sinne einer zeitlichen und inhaltlichen Gliederung. Dies ist der sogenannte »Ausbildungsrahmenplan«. Er ist sozusagen der Auswahlpool für die Betriebe, die daraus (neben den für alle verbindlichen Inhalten) die für ihren eigenen Betrieb notwendigen Ausbildungsinhalte zu entnehmen haben. Diese sollen dann zu einem maßgeschneiderten Ausbildungsablauf zusammengestellt werden. Sie können den betrieblichen Ausbildungsrahmenplan in einer Broschüre des ZFA downloaden (siehe Mittelspalte).

Prinzip der Ganzheitlichkeitspiral-staircase-1432617-m
Die Ausbildung soll nach »ganzheitlichen« Prinzipien organisiert sein. Das heisst, der Auszubildende soll beim Erlernen der im Ausbildungsplan genannten Inhalte »prozessorientiert« und »in vollständigen Handlungen« denken und handeln können. Das heisst im Klartext, er muss die Gelegenheit haben, alle Teilbereiche der eigenen betrieblichen Praxis geordnet kennen zu lernen und sinnvoll zu durchlaufen. Das Gegenbeispiel dazu wäre die wiederkehrende Arbeit an immer gleichen Aufgaben, ohne den Blick über den Tellerrand wagen zu dürfen.

Handlungsfelder
Hierzu sollen die betrieblichen Ausbildungsinhalte in sogenannte »Handlungsfelder« unterteilt sein. Das heisst in der Praxis, dass die aus dem Rahmenplan ausgewählten Inhalte im Betrieb in sinnvolle Ausbildungsabschnitte unterteilt werden, die jeweils ein bestimmtes Thema oder einen bestimmten Prozess als Ganzes betrachten. Dem Auszubildenden muss deutlich werden, wie der betrachtete Arbeitsschritt mit anderen Bereichen verknüpft ist und welche Strategien sich daraus für Problemlösungen ergeben.

Auswahl
Welche Handlungsfelder aus dem allumfassenden Rahmenplan ausgewählt werden, muss der Betrieb anhand der betrieblichen Gegebenheiten festlegen und danach die Ausbildungszeit sinnvoll einteilen. So soll Handlungsfeld auf Handlungsfeld aufbauen, und die einzelnen erlernten Arbeitsschritte sollen sich wohlorganisiert immer mehr miteinander verzahnen. Soweit die Theorie.

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Ausbildung in der Praxis

Die tatsächliche Organisation
Die tatsächliche Organisation der betrieblichen Ausbildung weicht leider oft erheblich von dem ab, was in der Verordnung beschrieben ist. Nicht alle Betriebe erstellen einen an die eigene betriebliche Situation angepassten Ausbildungsplan. Als Ersatz wird statt dessen oft der gesamte Ausbildungsrahmenplan unkommentiert als Anlage an den Ausbildungsvertrag angehängt. Dieser soll dann als Nachweis einer organisierten Ausbildung dienen, obwohl er alle nur erdenklichen Inhalte aus allen Bereichen des Berufsbildes — Print und Digital — enthält.

Und wenn das bei mir auch so ist?
Wenn Ihr Ausbildungsvertrag keine expliziten Angaben zu einer auf Ihren Betrieb angepassten Ausbildungsgliederung beinhaltet, sollten Sie Ihre/-n Ausbildende(n) sachlich nach den Gründen dafür fragen. Erfragen Sie auch, ob es nicht möglich ist, ein solches Papier nachträglich (evtl. auch gemeinsam) zu erstellen. Nur so können Sie halbwegs anchorersehen, ob sich der Betrieb Gedanken über die Gliederung Ihrer Ausbildung gemacht hat und ob die Ausbildung ihren Erwartungen entsprechen wird.

Notanker »Berichtsheft«
Sollte dies nicht möglich sein, sollten Sie auf jeden Fall Ihre Ausbildungsnachweise (»Berichtsheft«) vollständig und vor Allem wahrheitsgemäß (!) führen und vom Ausbildenden immer zeitnah abzeichnen lassen, damit Sie (z. B. bei Nichtbestehen der Abschlussprüfung auf Grund mangelhafter Ausbildung) einen gültigen Nachweis über die tatsächlichen Ausbildungsinhalte haben.

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