Das Berufsbild

Mediengestalter digital und Print – Ein Beruf im Wandel

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Mediengestalter »Version 1.0«. Der neue Beruf »Mediengestalter für Digital- und Printmedien« wird vorgestellt. Unter dieser Bezeichnung zunächst in vier Fachrichtungen angelegt, umfasste er bis 2007 alle ehemaligen Berufe der »Druckvorstufe« sowie einige Berufsbilder aus angrenzenden Branchenbereichen.

two2002
Update auf »Version 1.2«. Bereits nach vier Jahren wurde eine veränderte Verordnung zum Berufsbild erlassen. Hierin wurden Anpassungen und Erweiterungen für die einzelnen Fachrichtungen vorgenommen und Änderungen im Rahmenplan und in der Prüfungsstruktur festgeschrieben. »Notwendiges Update nach Produkteinführung«, so würde man das im Bereich Software-Entwicklung wohl nennen.

three2007
Die »Version 2.0« ist da. Da sich die Technologien und die involvierten Branchen auch in den nachfolgenden Jahren stark gewandelt hatten, wurde nach nur neun Jahren ein zweites Mal eine neue Verordnung geschaffen. Diese wurde im Jahr 2007 fertig gestellt und gilt für alle Ausbildungsverträge seither dem Ausbildungsjahr 2007/2008. Der Beruf heisst nun »Mediengestalter Digital und Print«.

four2016 – Der Stand der Dinge
Das Berufsbild Mediengestalter Digital und Print erstreckt sich heute über mehrere Großbranchen (Druck, Medien, Werbung, IT) und ist für verschiedenste Ausbildungssituationen in ganz unterscheidlichen Betriebsarten gültig (Werbe- und Multimedia-Agenturen, Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Druckvorstufe, Druckereien, Verlagshäuser, etc.).

Infoschrift zum Beruf Mediengestalter/-in

Infoschrift zum Beruf

Für die betriebliche Ausbildung aller Fachrichtungen gilt nur ein gemeinsamer Ausbildungsrahmenplan, aus dem die Betriebe sich Ihrem Tätigkeitsbereich entsprechend Module auswählen und diese zu einem Ausbildungsgang zusammenstellen müssen.

Zur differenzierten Anpassung an die vielfältigen möglichen Ausbildungssituationen können Betriebe/Auszubildende deshalb aus drei verschiedenen Fachrichtungen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten auswählen. Dies sind: »Beratung und Planung«, »Konzeption und Visualisierung« und »Gestaltung und Technik«. Die überwiegende Zahl der Auszubildenden wählt die letztgenannte Fachrichtung, da die meisten Betriebsarten inhaltlich dieser Fachrichtung zugeordnet werden können. Die ersten beiden sind da schon spezieller und stehen auch eher in Konkurrenz zu anderen existierenden Berufsbildern (siehe Abschnitt »Angrenzende Berufe« weiter unten).

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Infoschrift Mediengestalter/-in Flexografie

Letzte Updates

Mit dem Ausbildungsbeginn 2011 wurde das Berufsfeld des Mediengestalters um das Ausbildungsprofil des Mediengestalter/-in Flexografie ergänzt. Der betriebliche Rahmenplan für dieses Profil wurde an die spezifischen Realitäten der in Frage kommenden Betriebe angepasst. Für den berufsschulischen Teil der Ausbildung gilt — ohne jegliche Anpassung — der Rahmenplan des »normalen« Mediengestalters Digital und Print.

Mit dem Ausbildungsjahr 2013 wurde die Ausbildung zum Mediengestalter erneut erweitert. Für die betriebliche Ausbildung stehen seitdem einige neue Wahlqualifikationen zur Auswahl, u. a. die Bereiche »3D-Grafikerstellung«, »Social Media« und »Contenterstellung«. Damit soll es möglich sein, dass auch Betriebe Mediengestalter ausbilden können, die auf solche Schwerpunkte spezialisiert sind.

Mit Antrag vom Juli 2015 wurden die Inhalte des Mediengestalter/-in Flexografie schließlich vollständig in die Ausbildungsordnung des Mediengestalters Digital und Print integriert. Näheres hierzu finden Sie in der Ausgabe 2015 des Druck- und Medien-ABC.

Spannungsfelder

Durch die verschiedenen betrieblichen Profile und die Teilung in drei Fachrichtungen wird die Ausbildung zwar einerseits individuell an die betrieblichen Gegebenheiten angepasst, sie hat dadurch aber auch gleichzeitig weniger »gemeinsame Nenner«. Diese Situation führt bei Ausbildern und Auszubildenden oft zu Unsicherheiten darüber, was eigentlich gelehrt und gelernt werden soll in dieser Ausbildung. Denn die spezifischen Workflows der Betriebe erstrecken sich in der Regel nur über einen kleinen Teil der umfangreichen Inhalte, die im betrieblichen Rahmenplan festgelegt sind. Siehe hierzu auch die Themenseite Betriebliche Ausbildung in Handlungsfeldern.

Aber auch die Beruflichen Schulen stehen zunehmend vor einem Problem: Denn trotz der immensen Breite des Berufsbildes müssen sie unterrichtliche Inhalte immer stärker exemplarisch auswählen, weil in der zur Verfügung stehenden Zeit bei Weitem nicht mehr Alles allumfassend gelehrt/gelernt werden kann. Siehe hierzu auch die Themenseite Lernen in Lernfeldern.

Angrenzende Berufe

Puzzleteile

In den vergangenen Jahren wurden viele mediennahe Berufe »neu geordnet« bzw. neu geschaffen. Sie stellen Schnittstellen zum Beruf »Mediengestalter Digital und Print« dar, mit denen er — je nach Fachrichtung — einige inhaltliche Überschneidungen hat.

Zu diesen »Nachbarberufen« zählen u. a.
Mediengestalter/-in Bild und Ton
Medienkaufmann/-kauffrau Digital und Print
Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien
Medientechnologe/-technologin Druck
Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation

Wenn Sie also noch nicht sicher sind, ob der »Mediengestalter Digital und Print« das Richtige für Sie ist, schauen Sie sich doch auch diese Berufsbilder einmal an!

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